Den passenden Kompressor auswählen: Überdimensionierung vermeiden.
Eine gewisse Leistungsreserve ist sinnvoll. Ein größerer Kompressor ist jedoch nicht automatisch die bessere Lösung.

Wer einen Kompressor auswählt, stellt sich früher oder später dieselbe Frage: Wie groß sollte mein Kompressor sein? Aus Vorsicht wird häufig eine größere Baugröße gewählt. Schließlich soll die Druckluftversorgung auch dann noch zuverlässig funktionieren, wenn später weitere Verbraucher hinzukommen oder sich die Anforderungen ändern.
Eine gewisse Leistungsreserve ist sinnvoll. Die richtige Kompressorgröße orientiert sich jedoch am tatsächlichen Betriebsprofil und nicht an der maximal möglichen Leistung.
Die richtige Kompressorgröße richtet sich nach der Anwendung
Für die Auswahl eines Kompressors spielen mehrere Faktoren zusammen. Neben dem benötigten Arbeitsdruck ist vor allem der erforderliche Volumenstrom entscheidend – also die Luftmenge, die der Kompressor innerhalb einer bestimmten Zeit bereitstellen muss.
Ebenso wichtig ist die Frage, ob Druckluft dauerhaft oder nur zeitweise benötigt wird. Auch die Anzahl gleichzeitig arbeitender Verbraucher, die geforderte Luftqualität sowie mögliche spätere Erweiterungen sollten bereits bei der Auslegung berücksichtigt werden. Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren ermöglicht eine sinnvolle Auswahl der Kompressorgröße.
Nicht der theoretische Maximalbedarf entscheidet
Bei der Planung wird häufig der Luftbedarf aller Verbraucher addiert. In der Praxis arbeiten jedoch viele Werkzeuge, Pneumatikzylinder oder Ventile nicht gleichzeitig. Einzelne Prozesse laufen zeitversetzt oder benötigen Druckluft nur für kurze Zeit.
Entscheidend ist deshalb nicht der theoretisch höchste Luftbedarf, sondern das tatsächliche Betriebsprofil der Anwendung. Wer weiß, welche Verbraucher gleichzeitig arbeiten und wie lange sie Druckluft benötigen, kann den erforderlichen Volumenstrom wesentlich realistischer bestimmen.
Welche Informationen werden für die Auslegung benötigt?
Vor der Auswahl eines Kompressors sollten insbesondere folgende Fragen beantwortet werden:
- Wie hoch ist der benötigte Volumenstrom?
- Welcher Arbeitsdruck wird benötigt?
- Welche Verbraucher arbeiten gleichzeitig?
- Wird der Kompressor im Dauerbetrieb oder nur zeitweise eingesetzt?
- Welche Anforderungen bestehen an die Druckluftqualität?
- Sind spätere Erweiterungen bereits konkret geplant?
Je genauer diese Informationen vorliegen, desto einfacher lässt sich die passende Kompressorgröße bestimmen.
Eine Leistungsreserve kann sinnvoll sein
Für zukünftige Erweiterungen oder Lastspitzen wird häufig eine Leistungsreserve eingeplant. Dafür gibt es jedoch keine allgemeingültige Faustregel. Wie groß diese Reserve ausfallen sollte, hängt von der jeweiligen Anwendung und den tatsächlichen Planungen ab.
Eine übermäßig große Sicherheitsreserve führt nicht automatisch zu einer besseren Druckluftversorgung. Gleichzeitig sollte der Kompressor ausreichend Reserven bieten, um den späteren Betrieb zuverlässig sicherzustellen.
Nicht nur der Kompressor entscheidet
Zu einer wirtschaftlichen Druckluftversorgung gehört mehr als der Kompressor allein. Auch Druckluftbehälter, Rohrleitungen, Filter und Trockner beeinflussen die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems.
Ebenso ersetzt ein höherer Betriebsdruck keinen fehlenden Volumenstrom. Deshalb sollte die gesamte Druckluftversorgung betrachtet werden und nicht ausschließlich die Leistung des Kompressors.
Die passende Kompressorgröße spart langfristig Kosten
Ein zu kleiner Kompressor kann an seine Leistungsgrenzen stoßen und die Druckluftversorgung beeinträchtigen. Ein deutlich überdimensionierter Kompressor verursacht dagegen häufig unnötige Investitionskosten und beansprucht mehr Platz als erforderlich.
Die passende Kompressorgröße ergibt sich deshalb nicht aus einer pauschalen Sicherheitsreserve, sondern aus einer sorgfältigen Auslegung der tatsächlichen Anwendung.
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